ZITA ROCK & FOLK FESTIVAL :: Jede Menge "Rampensäue" in Berlin
Zitadelle in Berlin-Spandau am 05+06.06.2010
u.a. mit ASP, Eisbrecher, Subway To Sally, Saltatio Mortis, Tanzwut, Coppelius

(1. Foto by Zita Rock Presse / Bandfotos by Oliver Garrandt - www.abstrakte-fotografie.de)



Ein Wochenende voller spannender Ereignisse und Erkenntnisse ging dieses Jahr in die nächste Runde. Dazu muss gesagt werden, dass ein fettes Lineup, eine Verabredung mit den Wettergöttern über Berlin und ein Spielstart gegen 15 Uhr nicht immer auch dazu führen, dass man vor ausverkauftem Haus spielt. Aber der Reihe nach. Berlin ist immer wieder eine Reise wert und das nicht nur zum Shoppen. Kulturell ist es letztes Wochenende jedenfalls mal wieder wahr geworden. Dabei kamen aber augenscheinlich weniger Leute von außerhalb in die Stadt, als man hätte vermuten können. Vielleicht lag es auch an der Verdoppelung der Kapazitäten und somit auch der Verlängerung des Festivals von einem auf zwei Tage. So hatte sich dabei aber der Eindruck bestätigt, dass es weniger Gäste waren, wenn man den Tagesschnitt betrachtet. Mit ca. 2000 Gästen mehr als im Vorjahr, kamen ca. 8000.



Schade, denn gerade am ersten Tag waren die, wenn man es mal lobend beschreiben soll, vor allem die Rampensäue im Vordergrund. Dieser Tag wirkte weniger gut besucht als der Zweite. Ihr habt was verpasst! Nicht nur dass MEGAHERZ und EISBRECHER sich quasi das Mikro in die Hand gaben, nein!!! Alexx Wesselsky hat zusammen mit MEGAHERZ auch erst noch ein Duett zum Besten gegeben und später dann mit EISBRECHER den MEGAHERZ Song "Miststück" zum Besten gegeben. Überhaupt waren alle Bands des Tages super aufgelegt.



Als Headliner des ersten Abends hatte denn auch ASP ein leichtes Spiel. Mehr konnten seine Kollegen, angefangen mit STAUBKIND und LACRIMAS PROFUNDERE über die Lokalhelden von TERMINAL CHOICE bis eben bereits benannte Bands es nicht tun. Bei sonnigen 27° war es ein rundum gelungener Tag. Aber neben Alexx war denn auch "Louis" Manke von STAUBKIND ein zweites Mal auf die Bühne gebeten worden und hat zusammen mit MEGAHERZ noch mal den Song "5.März" zum Besten gegeben.



Mich nicht so ganz überzeugt hatten indes eher die beiden Lokalhelden Chris Pohl (Terminal Choice) und Alexander Spreng. Während Chris zwar eine recht überzeugende Show hinlegte, waren mir seine Worte zwischen den Songs doch irgendwie zu viel des Guten/Bösen. Man könnte es damit umschreiben: "Neid muss man sich erarbeiten!" Und wie es scheint, haben da alle Bands, die nach ihm an dem Tag gespielt haben, eben das erreicht. Und bei ASP war zwar Alexander selbst sehr überzeugend, doch entweder waren seine Kollegen nicht in Spiellaune oder sie wollten es nur nicht zeigen. Daher war EISBRECHER der Gig des Tages. Zumal schon der Auftritt mit Schneejacken bei sommerlichDie weiblichen Erkenntnisse des Tages sind denn auch für Roberto Vitacca dem Sänger von LACRIMAS PROFUNDERE bestimmt, einige Fans hätten ihm gern in die Augen geschaut, was aber wegen der permanent aufgesetzten Sonnenbrille nicht ging. Weder bei der Autogrammstunde noch auf der Bühne. Und das Zitat: "Graue Baumwollschlüpper werden NIE in Mode kommen!"



Tag Zwei hatte zwar keine solch prägenden Erkenntnisse, mal davon ab, dass der nackte Oberkörper von Holly Gesang von LETZTE INSTANZ nicht sexy ist und Teufel - seines Zeichens Sänger von TANZWUT - sich durchaus von kleinen blonden Mädchen in rosa Kleidchen die Autogramme haben wollen irritieren lassen kann. Überhaupt war der zweite Tag nicht ganz so geprägt von echten Rampensäuen, jedoch dafür von mehr Choreografie und durchdachten Shows. Allein der Start durch COPPELIUS war ein echter Hingucker. Gentlemen durch und durch mit einer richtig Klasse zur Musik passenden Show. Obwohl zu dem Zeitpunkt bei immerhin 29° leider noch nicht wirklich alle Gäste des Tages anwesend waren, haben die Zuschauer ein echtes Highlight erlebt, denn mit FAUN kam danach der eher ruhige Teil des Tages. Allein die gewaltige Stimme der neuen Sängerin Rairda ist echt bemerkenswert. Bleibt zu hoffen, dass sie der Zukunft von FAUN ein neues Gesicht geben kann. Mir persönlich erschien der gesamte Auftritt nicht wirklich als gelungen.



Mit TANZWUT kam dann endlich wieder echtes Leben auf die Bühne. Die Begeisterung seitens der Fans war in jedem Falle um einiges besser und so kehrte das Leben wieder zurück in die Zitadelle und Teufel war somit auch um einiges agiler und als er dann auch noch zu einer Coverversion "Bitte, Bitte" von den Ärzten anstimmte, war das Publikum, welches am zweiten Tag definitiv zahlreicher war als am Tag zuvor, endlich wieder am Feiern.



Gefolgt von SALTATIO MORTIS wurde es nun wieder ein heißer Sonntag. Denn nicht nur die Sonne brannte am Himmel, sondern auch die Pyrotechniker brachten die Luft zum Brennen! Warum aber "Alea der Bescheidene" sich den Gig lang mit nacktem Oberkörper auf der Bühne bewegen musste, war mir persönlich eher unklar. Bescheiden wirkte er indes nicht. Aber mutiger als Alexx vom Vortage war er allemal. Wollte er doch gern zum Publikum herunter und "traute" sich nicht, war Alea bereit sich vom Publikum tragen zu lassen. Echtes Stage-Diving war aber wegen des breiten Sicherheits- und Fotograbens dann doch nicht möglich. Schade, das hätte ich echt gern gesehen!



Mit Benni Cellini ist dann wieder jemand auf der Bühne, den man wohl NIE still sitzen sehen wird. Aber so Cello zu spielen ist ein echter Hingucker und neben der vielen Sprung-Performances der Band wohl auch ein Markenzeichen von LETZTE INSTANZ. Das alles etwas anders laufen würde, war schließlich auch uns Fotografen sofort ersichtlich. Durften wir doch erst zum vierten Song ein letztes Mal an die Arbeit gehen.



Denn SUBWAY TO SALLY, der Headliner des Abends, ging mit einer Feuer-Show und mit viel Pyrotechnik an den Start. Dazu kam eine Songauswahl, die den Gästen extrem gefallen hat. So wurden alle, die bis zum Ende durchgehalten haben mit einer optischen wie auch akustischen Hitzewelle verabschiedet.


Bleibt zum Schluss ein Resümee zu ziehen. Das Zita 2011 wird bereits geplant und in zwei Monaten wissen wir alle wer das Haus rocken soll. Ein wenig bleibt zu hoffen, dass es nächstes Jahr musikalisch etwas breiter gestreut sein wird. Wir sehen uns 2011 in Berlin. (oliver garrandt)
www.zita-rock.de



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