SHADE OF SHAMBLES "procurer" (E-Gothic Rock)
(Eigenproduktion)

Kann man Sisters of Mercy der Neuzeit mit Wave Pop der 80er zu einer Symbiose in einer eigenständigen Musik zusammenfügen? Bis ich diese CD in meinen CD Player schob, hätte ich dieses mit einem klaren Nein beantwortet, heute bin ich eines besseren belehrt. Aber, und hier kann man einfach nur den imaginären Hut ziehen, beschränkt sich die Band nicht allein darauf straighten, Goth Rock mit poppigem Synthy-Wave zu verknüpfen, nein, mittendrin, wenn das Gehör sich schon an die eindringlichen Melodien gewöhnt hat, kommen sie mit einer schrägen Düster-Version aus Dark Ambient und verspielten Gesangsakrobatiken (Live Version von "Synästhesie"). Eine weitere Liveaufnahme ("with other names") zeugt von einer morbiden Hingabe. Das dunkle Timbre als Geschenk an die Götter des schwarzen Wave und gleichzeitig mit einer betörender Elektronik und treibenden Rhythmik versehen, dass sich diese Götter mehrmals verneigend in eine Höhle zurückziehen. "Discription of a shading war..." ist eine wunderschöne Klavierballade, ergreifend und verspielt dargeboten und dann dieser Gesang, Klasse! Und unter diesen ganzen hängenden Zapfen der Melancholie lassen sie eine dezent in sich weinende Violine als Begleiter erscheinen und auch fortan bestimmt eine orchestrale Atmosphäre die Szenerie. Wer noch alte Europa Cassetten von Dracula oder Frankenstein hat, könnte mitunter auf die Idee kommen, hier hätten die Berliner von SOS mitgewirkt. Dass man mit der dezent instrumentierten Lesung "Ein Stück Zeile" auch ein wenig an Edgar Allan Poe erinnert und Hörspiel gleich eine kleine Geschichte erzählt, macht diese CD nur noch interessanter. Diese eigenproduzierte CD entstand zwar schon '01, aber dürfte den Meisten trotzdem unbekannt sein. Das darf natürlich nicht so bleiben. Bestellungen, Fragen und sonstige Infos gibt es unter www.shadeofshambles.de (andreas)