REGICIDE "Viorus" (Klassik Rock) (F.A.M.E. Recordings/BMG) Die Norddeutschen kredenzen uns ein Debüt Album voller Leidenschaft und Gefühl. Es ist ein verspieltes Werk zwischen Klassik und Rock. Dabei agieren sie mal wild und ungestüm (Beginn von "The Fragrance"), mal tiefmelancholisch. Neben einer straighten Gitarre sind vor allem das Klavier und eine Violine die tragenden Säulen. Hinzu kommen warme, angerauhte männliche Vocals und betörende Heavenly Voices. Das Ganze mal als Duett, mal einstimmig dargeboten. Ein wenig erinnert man an Haggard, verzichtet aber auf Death Metal Passagen und ersetzt sie mit dem Artrock der Siebziger. Das ruhig und getragene "Lonely Voices" besticht durch Gänsehautatmosphäre, wobei die Violine bittersüße Tränen weint. Bedrohlich introiert und mit einem verwegenen Rhythmus unterlegt erscheint das über siebenminütige "Mystery Demise" fast wie die Vertonung eines Fantasy Streifens. Die Stimmen rücken dabei in die Rolle des Erzählers (besonders der flüsternde Sprachgesang von Timo weiß hier einen Spannungsbogen aufzubauen), bevor sie sich in einem betörenden Chorus liebevoll umarmen. Insgesamt kein Wunder, dass die Band in zwei großen Zeitschriften zum Newcomer des Monats gewählt wurden. (andreas) |