HEKATE "Goddess" (Folk/Neo Folk/Dramatik Wave) (Auerbach Tonträger) Bedrückend und doch herrlich erfrischend wie ein Morgenspaziergang kommt das neue Album von Hekate daher. Klischeefrei, erhaben und mit einer Stimme versehen, welche die bedrohlichen Percussions mit einem Liebreiz versehen, der zu Tränen rührt. Diese Tränen weint man fortan auch beim Trauermarsch ("Montsegur"). Die Trommeln martialisch nach vorne dirigiert, die Stimme verspielt naiv, glänzend auf einem imaginären Schlachtfeld. Der Neo Folk als Facette einer altertümlichen Chanson Elegie, umrahmt von einer nebulösen Finsternis, ergeht sich in heimeligen Melodien voller Wehmut, Schwermut und getragener Eleganz. Die Trommelarien dürften durchaus an frühe "In the Nursery" erinnern, während die, mit vehementen Akustik-Gitarren und fliegenden Flöten dargebrachten Stücke an die besten Momente von "Death in June" erinnern. Hekate verstehen es, folkloristisch inspirierte Musik mit einem Refrain zu versehen, der den Hörer für's erste an den Boxen kleben lässt. Spätestens bei "Morituri e salutant" würde er diesen Platz gerne eintauschen. Es herrscht eine bedrückende Atmosphäre, die Gewalt der Finsternis wetzt das Schwert und lässt es elegant durch den Körper gleiten. Wo auf anderen CD's die Toten tanzen, bleibt ihnen hier nur die Lieblichkeit einer Stimme, welche sich einem elegischen Trommelwirbel gegenüber sieht. Der warme männliche Gegengesang lockt die liebliche Unschuld in die Innereien der Dunkelheit, hier findet sie ganz überraschend eine Liebe und bleibt. (andreas) |