GAE BOLG "Requiem" (MA-Totenmesse)
(Auerbach)

Hinter GAE BOLG steht der französische Musiker Eric Roger, der auch als ehemaliger Trompeter von Sol Invictus bekannt ist. Sein aktuelles Werk ist eine tiefdüstere, meist getragene, dennoch bombastische Totenmesse voller Choräle, Percussions, pestverhangener MA Musik und bedrückter Atmosphäre. Von der Intensität der düsteren Arrangements her, erinnert einiges an Rosa Crux. Die romantisch verzierte Morbidität lässt den Hörer mit jeder Tonage tiefer in den Abgrund sinken. Nach den vehement depressiven Eruptionen, wirkt das folkige "Lacrymosa" fast schon verspielt, spätestens beim Einsetzen der Gesänge befindet sich man aber wieder mitten in einer sakralen Aufführung, dessen Mittelpunkt nicht das Leben ist. Eric beweist wieder einmal, dass die Trompete das perfekte Instrument ist, um tiefdunkle Agonie glänzen zu lassen. Der Bombast ist sehr subtil integriert und liefert sich in Momentaufnahmen durchaus einen kleinen Kampf gegen den Minimalismus.
Das Ganze ist sehr persönlicher Natur, denn gewidmet ist diese Totenmesse Eric's Freunden und Familienmitgliedern, welche in den letzten drei Jahren verstorben sind. Mit diesem Wissen erscheint dieses Werk noch extremer. Eric gibt sich natürlich auch Mühe, nicht selbst im Sog der Trauer zu versinken, und baut musikalisch erhellende Momente in die Songs ein, die kaum erkennbar dafür sorgen, dass der Hörer nicht leichtfertig mit Rasierklingen spielt. Ein suizidaler Trauermarsch, mit erhaben schönen Details. (andreas)


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