GARDEN OF DELIGHT "Darkest Hour" (Gothic Rock)
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(Soul Food / Trisol Music)![]() Feierlich und besinnlich präsentieren sich GARDEN OF DELIGHT beim Song "Still". Helles, zartes Klavierspiel, wohlig pulsierende Gitarrenschübe und ein engelsgleicher lautmalerischer Frauengesang flankieren Artauds bedächtige Singstimme. In Anbetracht dieser bezaubernden musikalischen Kulisse dürfte es auch nüchternen Zeitgenossen schwerfallen, die relativ optimistisch gehaltene Refrainzeile "no hope, no tear, nor sorrow can cover what god revealed" als banalen Glückskeksspruch abzuhandeln. Beim folgenden Stück "Legions" ist es dann aber mit dem Aufblitzen einer hoffnungsfrohen Seelenbefindlichkeit schlagartig vorbei. Das schleppende Klavierspiel ist nun dunkler Natur. Eine kurzgehaltene, irrlichternde elektronische Soundschleife erzeugt klaustrophobische Enge. Der weibliche Hintergrundgesang schweift klagend umher. Artauds bedrohlicher Gesang scheint eine unmittelbar bevorstehende Katastrophe zu verkünden. Das Ende des Albums kann er aber nicht gemeint haben, denn mit dem Titelsong "Darkest Hour" und dem krönenden Abschlusslied "Light" bietet die Scheibe im weiteren Verlauf immerhin noch zwei weitere Kleinode schwarzer Klangkunst. Dass der Titelsong dem Hörer als endlose psychotische Tunnelfahrt ohne Lichtquelle erscheint, versteht sich bei dieser Namensgebung fast von selbst. Beim Abschlussstück versucht die Band unter anderem durch ein wunderschön anmutendes akustisches Gitarrenspiel eine versöhnliche Stimmung zu verbreiten. Letztlich verliert sich das herzergreifende Lied jedoch in verstörend klingenden Soundcollagen, die das Ende dieses durchgängig meisterlichen Albums markieren. Bei den Fans hat Artaud unlängst auch dadurch gekonnt Katastrophenstimmung verbreitet, indem er das endgültige Ende von GARDEN OF DELIGHT verkündete. Ich wage aber die Prophezeiung, dass die schon einmal zu Grabe getragene Band eine erneute Wiedergeburt erleben wird. Die CD beginnt nämlich mit den gleichen Soundcollagen, mit denen sie endet. Dieser Fingerzeig deutet doch eher auf eine Wiederauferstehung der Gruppe als auf ihr endgültiges Ende hin. Auch hält man nach dem Genuss der phantastischen Musik dieser Scheibe schlichtweg jedes Wunder für möglich - sogar die Auferstehung von Garden of Delight! Dass diese Wiederkehr in genau sieben Jahren erfolgen wird, dürfte angesichts der Geschichte der Band ohnehin sonnenklar sein. Weitere Infos: www.garden-of-delight.com (stefan) |