G.O.D. "Tales of Celtica" (Irish Folk)
(NiWo Music)

Es gibt ja mal im Leben seltsame Dinge, ein derartiges Ereignis ereignete sich vor knapp zwei Jahren. Gerade von der Arbeit gekommen setzte ich mich an den Computer, um noch dezente Informationen für das Konzert von Garden of Delight zu bekommen. Kurz über Google besagte Band eingegeben und überrascht die Ergebnisse zur Kenntnis genommen. Es wurden nicht die Infos der elektronischen Dark Waver ausgespuckt, sondern man gelangte zu einer kunterbunten Seite, welche eine Band beherbergte, die sich der Folk Musik hingab. Wenn man schon mal hier ist, dachte ich mir, lass dir doch mal ein paar Demos schicken. Zwei Jahre später ist nicht klar, ob die Band einfach geantwortet hat oder durch Zufall auf unsere Seite gestoßen ist. Jedwede Form ist angesichts des herausragenden Albums der Band egal.

Zwischendrin: Die Band existiert seit 10 Jahren und veröffentlicht nun ihr 14. Album.

Zu Hören bekommt der geneigte Hörer eine puristische Darbietung der irischen Musik, welche mal mit treibenden Melodien und Pub-tauglicher Musik glänzt, zuweilen aber auch die melancholische, verträumte Seite dieser Musik offenbart. Begeisternd, dass man neben den traditionellen Klängen auch mal ungewöhnliche Wege geht und dem Country oder Reggae frönt oder wie in "all i ever need" sich dem treibenden Charme des Skas hingibt. Ein verspieltes Geigenspiel, warmer Gesang und das verspielte Umsetzen von Soundkreationen bestimmen das Album. Da wird ein Song auch mal theatralisch mit Glockenklängen intoniert und gleitet dann geschickt in heimelige Eleganz. Eine wunderschöne Stimme begleitet diesen Track, der sich perfekt als GuteNacht-Musik eignet. Bestechend in jedem Song die professionelle Instrumentierung, welche Hand in Hand mit einer großartigen Produktion geht. Die verschnörkelt, dennoch leichtgängigen Melodien laden zum Tanze, verführen des Hörers Ohr aber auch mal mit balladeskem Charme.

Wenn ich oben noch den puristischen Klängen lobigte, darf man nicht davon absehen, dass man hie und da durchaus orchestrale Strukturen in die Songs bettet. Puristisch bezieht sich daher auf den kristallklaren Sound und der herrlich unaufgesetzten Stimme. Und die Band versteht es, Gefühle zu integrieren, ihre Balladen sind jenseits jeden Kitsches beheimatet. Ein keltisches Kleinod jagt das nächste und mittendrin enttaubt sich das Ohr voller Euphorie. Angesichts der Qualität und der blitzsauberen Darbietungen klingen Vergleiche reichlich Altbacken. Ältere Semester sollten Oyster Band kennen, jüngere Schandmaul. Ein reichlich gefühlvolles, jederzeit in sich stimmiges Werk. Grandios. www.myspace.com/godcelticrockfanpage (andreas)


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