SUBWAY TO SALLY "Schlachthof" (Metal/MA Rock)
(Nuclear Blast)

Schlachtermeister und Sänger Eric Fish führt dieses Mal seine Gesellen Bodenski, Simon, Ingo Hampf, Sugar Ray, Simon Michael und Gesellin Frau Schmitt in den SUBWAY TO SALLY "Schlachthof". Zunächst zerteilt die Band das Ganze in zwei Hälften: einer DVD-Version und einer verkürzten CD-Version der zuletzt bestrittenen Bastard-Tour.

Die Band, die nicht als mittelalterliche Band gelten will, präsentiert sich in diesem Gesamtwerk wie man sie kennt: reif, hart, einfalls- und abwechslungsreich. Sie allein in die Mittelalterschublade zu stecken, wäre auch nicht korrekt, denn hierfür spielen sie schon ein wenig zu heftig auf. Vielmehr kann man es wohl eher als modernen harten Rock, der sich dennoch vom Hard Rock unterscheidet, mit starker Unterstützung mittelalterlicher Instrumente nennen. Sie spielen einen unheimlich satten, schweren Sound, der aufgrund der Schwere zwar mitunter hart an der Grenze zum "zu viel" ist, aber gerade durch die immer wieder in den Vordergrund gestellten Instrumentierungen der Tonwerkzeuge, an erster Stelle sei hier Frau Schmitt mit der Violine genannt, in absolut abgerundete und ausgefeilt aufeinander abgestimmte musikalische, mundgerechte Einzelhäppchen zu einem gesamten Präsentkorb verpackt wird.

Denn statt die Messer zu wetzen, zerlegen die Brandenburger mit Bagpipes, Schalmei, Drehleier, Laute oder Mandoline die musikalischen Noten in melodiös detaillierte Stücke,

So präsentiert sich die DVD mit dem Opener "Canticum Stanae" und anschlieáendem "Hohelied". Bereits hier zeigt sich die Dresdener Fangemeinde, hier wurden die Stücke aufgenommen, als ideales Livepublikum.

Mit "Puppenspieler", "Unentdecktes Land" und "Die Trommel" geht es hart weiter mit Sequenzen aus dem letzten Bastard-Album, bevor die "Eisblumen" in der Nacht erblühen.

Doch wer glaubt, dass bereits der musikalische Höhepunkt erreicht ist, sieht sich freilich getäuscht. Zunächst schaut ein "Falscher Heiland" vorbei. Nach "Sabbat" kommt ein unter harten Riffs begleiteter "Sturm".

Danach ebbt der Sturm aber nach und nach zur Erholung aller ein wenig ab und es kehren leisere Töne ein, sofern man sich ins "Feuerland" entführen lässt oder eine "Wehe Stunde" zu beklagen hat.

Doch hiermit sollte man sich nicht zu lange beschäftigen. Mit "Meine Seele brennt", "Auf Kiel" und "Tanz auf dem Vulkan" nimmt die Scheibe neuerlich unheimlich Fahrt auf.

Danach zeigt die "Henkersbraut" ihr "Kleid aus Rosen", eines des absoluten Highlights. Doch auch wie im auáermusikalischen Leben gibt es hier nicht nur gute Seiten und so darf "Sag dem Teufel" nicht fehlen.

Gleichwohl: "Ohne Liebe" geht es auch hier nicht. Ein weiterer absoluter Höhepunkt folgt mit "Sieben", wobei das Publikum nun endgültig und völligst aus dem Häuschen ist.

Nach "Rätsel II" wird zum "Veitstanz" eingeladen und dann ist es endlich soweit. Heiá ersehnt schauen "Julia und die Räuber" vorbei, bevor mit "Fatum", "Umbra" und "Seemannslied" die DVD beschaulich ausklingt.

Danach ist man erst baff, denn man fühlt sich regelrecht erschlagen, dies aber im positiven Sinne, denn alles in allem geben sich die Stücke die Klinke in die Hand, die die Anhänger begeistern bzw. bereits über Jahre begleiten.

Mit 25 Stücken ist die DVD schlichtweg richtig gelungen, auch wenn die Kameraführung zehn Minuten braucht, um richtig warm zu werden. Ab diesem Zeitpunkt handelt es sich aber nicht nur um ein musikalisches, sondern auch visuelles tolles Machwerk.

Die CD bezieht sämtliche 16 Zutaten aus dem gesamten der DVD. Sieben Stücke stammen vom Touralbum. Insgesamt ist diese lediglich etwas anders angeordnet, präsentiert sich aber dem Hörer ebenfalls Äußerst positiv wie auch die DVD.

Und ein groáes Kompliment muss man der Band machen: Um im Fachjargon des Schlachthofes zu bleiben, haben sie mit "Voodoo" die Risikomaterialie schlechthin als eines von zwei Stücken - neben "In der Stille" - nicht vom Studioalbum übernommen. Dies Stück gilt positiv bezeichnet bei den Anhängern ohnehin als experimentell.

Jedoch kann ich nicht verhehlen, dass ich eines des besten Stücke, "Sieben" auch gerne auf der CD gesehen hätte und auch das Eröffnungsstück der Eisheiligen-Nacht-Tour, "Schneekönigin", wenn auch nicht gerade ein Lied für ein Sommeralbum, hätte mir noch gut gefallen. Dies ist aber mein persönlicher Geschmack.

Fans und Anhänger kommen um den Schlachthof nicht herum. Die, die es noch werden wollen haben hiermit einen nahezu perfekten Einstieg. (ludger)


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