INCHTABOKTABLES "Mitten im Krieg" (Folk-Core) (Strange Ways/Indigo) Die Berliner mit dem eigenartigen Namen, der nur mit reichlich Alkohol perfekt über die Lippen geht, veröffentlichen mit "Mitten im Krieg" bereits ihr fünftes Album. 3 Jahre Wartezeit und der Wechsel zu einem Independant Label standen vor dieser Veröffentlichung. Zu Beginn gibt es überraschender Weise mit "Unsatisfied" ungewöhnlich harte Töne zu entdecken. Auch das folgende fast 8 minütige "healing hands" ist nicht gerade als melodischer Pop Song zu bezeichnen. Ein unterschwelliger Industrial Sound zieht sich durch das Stück und wird von dunkel aggressiven Gesang unterstützt. Mit Soundtechnischen Spielereien erzeugt man eine verquere Harmonie und läßt das Stück mit Ruhe ausklingen. Mit "Rain" wird man dann ein wenig melanchlisch. Neben dem Bass trägt vor allem die Violine und der klagende Gesang zur gedrückten Stimmung bei. Danach wird man mit "birthing of a day" wieder etwas ausschweifender. Erneut ein Stück, welches mit über 8 Minuten genug Zeit für den Songaufbau läßt. Ich würde es mal als getragenen Rock bezeichnen. Überraschend bei den Inchies ist, das man gänzlich auf Gitarren verzichtet und als Ersatz das Cello benutzt. Auch wird diesmal mit Loops und Samples gearbeitet, welche allerdings vorher mit eigenen Instrumenten eingespielt wurden. Sehr ruhig mit einem Hang zur Depression erscheint "escape", man scheint auf musikalischem Wege ein wenig über dem Boden zu schweben. Der Rauhe aber sehr ruhig intonierte Gesang trägt zur dubklen Stimmung bei. Die eingestreuten Loops im Mitteltail verleihen dem Ganzen einen fremdartigen Charme. "enless rail" ist rein Instrumental gehalten, an sich nichts ungewöhnliches. Allerdings gibt es im Booklet den Text dazu, und er war auch mit Gesang gedacht. Man entschloß sich aber dafür ihn weg zu lassen und die Musik für sich sprechen zu lassen. Mit dem in deutsch gesungenen "wenn du schläfst" überrascht man den Hörer erneut. Dieser Song könnte auch gut auf dem letzten Neubauten Album zu finden sein. War ich beim erstmaligen hören enttäuscht und verwirrt, bin ich nach mehrmaligen Durchlauf begeistert. Die Inchtabokatables erschaffen ein Werk voller Abwechslung. Die sich durch das Album ziehende melancholische Grundstimmung läßt jegliche Fröhlichkeit erfrieren, aber wir befinden uns auch mitten im Krieg. www.inchtabokatables.com (andreas) |