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MURPHY, PETER "dust" (Ambient Rock)
(Metropolis/EFA)

Vor zwei Jahren war er noch mit seiner Band Bauhaus unterwegs. Auf dem aktuellen Album gibt es weder unterkühlte Wave Songs seiner Band, noch die verspielten Wave Pop Attitüden seiner ersten Solo Alben zu hören. Peter orientiert sich hin zur Weltmusik, welche er mit verspieltem Ethno Pop kokettiert und Einflüsse aus türkischer und arabischer Folklore erkennen läßt. Ein verwegenes, sehr verspieltes und gleichzeitig tiefdüsteres Werk. Dieses schwer zu konsumierende Album erinnert an eine Mischung aus dem "The Crow"-Soundtrack und morgenländischen Klängen. Sehr verträumt geht Peter an die Werke heran und schert sich ein Dreck um Genre Grenzen. Die minimalistische Musik besticht durch ihre Reinheit und wird durch die warmen Vocals in ein romantisches Gewand gesteckt. Die ambienten Klänge erinnern teilweise an Dead can Dance, lassen durch den betörenden Gesang aber auch ein Vergleich mit David Bowie nicht abwegig erscheinen. Jeder einzelne Song besticht durch seine mystische Atmosphäre, deren Getragenheit durch teilwei se wehleidig klingende Gesänge die Sonne des Orients mit schwarzen Wolken bedeckt. Beherrschen Grufties den Bauchtanz? Fast zwanzig Jahre ist es her, als ich zum ersten mal die Stimme von Peter Murphy hörte, bis heute hat sie nichts an Intensität verloren. Sie ist die Leber des menschlichen Gehörs, jegliche Giftstoffe werden zur verblassenden Ausscheidung seiner Stimmbänder. Selbst wenn der Nervfaktor des Unorientalen die musikalische Schmerzgrenze überschreitet, sorgt er für wohliges Befinden. Es gibt wenige Musiker, welche das Wort Künstler verdienen. Peter Murphy ist einer davon. (andreas)


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