NORDFRIEDHOF "Demo99" (Eigenproduktion) Ein Bandname, der auf der dunklen Zunge zergeht und dem Monopoly für Grufties entnommen ist * wer alle vier Friedhöfe besitzt, kann dann 2 Liter Blut Miete verlangen. Für alle, die meine Ironie mal wieder nicht verstehen: Es ist natürlich ein Scherz, aber auch das ist das Programm dieser Band. Bei ihren dunklen, elektronisch angehauchten Songs wollen die Düsseldorfer der "Gruftieszene" neben Melancholie und Romantik eine große Portion schwarzen Humor zurückgeben. Die Band bearbeitet geschickt ihre Liebe zur britischen Wave Szene und verbindet diese mit deutschem Electro Underground. Diese interessante Mischung kann trotz der dünnen Produktion (es ist nun mal ein Demo) überzeugen. Das Keyboard erzeugt eine melancholische Stimmung, Gitarre und Bass werden zum helfenden Beiwerk. Und Sänger Eric.p (erinnert vom Bild her an Funhouse) ist mit seinem tiefen Organ nicht weit entfernt von Andrew Eldritch. Oder umgekehrt. Die drei Tracks beinhaltende MCD wird mit "Dream"eingeleitet, ein Song, der mit melodischen Keyboard Parts beginnt und danach in Düsternis vergeht. Aber bevor wir unser Messer zum Suizid ansetzen, ertönt wieder die eingängige elektronische Hookline. Das treibende "Leaves´99" bietet besten Dark Wave, während das dritte Stück im Bunde, "Just 1 Lick", eher etwas punkigere Töne anschlägt. Auffallend ist bei allen Songs, dass bei aller Darkness einige Funken Spaß vermittelt werden. Sicherlich hier wird von einigen Größen geklaut, aber diese Band macht es mit soviel Charme, dass man nur seinen Sisters-Hut ziehen kann. Wieviel Blut zahlt man für die Schloßallee? Info: www.nordfriedhof.de (andreas) |