STENDAL BLAST "Fette beute" (Elektro Rock) (Moonstorm/EFA) Ich beginne meine Kritik mal mit dem Hinweis auf ein bekanntes Schriftmagazin, welches hier zehn Punkte vergeben hat, die Höchstpunktzahl. Sicherlich berechtigen die textlichen Raffinessen zu dieser Punktzahl, sicherlich gibt es einige musikalische Ausschweifungen, welche diese Punktzahl gerechtfertigt. Und allein der Song "Nur ein Tag" mit Gastsänger Veljanov würde auch in mir die 10 blühen lassen. Aber wenn man dieses Album öfters hört fällt doch auf, daß es im Songwriting kleine Fehler gibt. Das liegt nicht an der Qualität, sondern am fehlenden Abwechslungsreichtum. Die einfach konstruierten Soundstrukturen sind Begleiter von wahnwitzigen Texten, welche zwischen plakativität und vertraktem Wortreichtum pendeln. Irgendwie fehlt in den entscheidenden Phasen die Aggressivität in der Stimme. Ob Wut, ob Trauer, ob Verzweiflung, fast alles wird im gleichen Wortlaut dargeboten. "Sind so kleine Hände" gefällt mir in der Originalversion besser. Zwar schafft es Stendal Blast hier eine bewußte Aggressivität reinzubringen, aber dieses Lied ist (Im Original und im Text) auf eine Hoffnungslosigkeit aufgebaut, deren Wut in Verzweiflung endet. Wer sich ein derart schwieriges Lied zum covern aussucht, sollte mehr bieten. Dass man das alte Kinderlied "Wanze" in eine moderne Techno Version preßt...Kein Kommentar. In "der Pyromane" unterstützt man die brachiale Ausrichtung der NDW mit dezenten Industrial Klängen. Teilweise gibt es hier versteckte Kraftwerk Passagen. Im Endeffekt sind es gemäßigte Slime im Elektrozeitalter. Ich will nicht verhehlen, daß es hier wirklich gute Texte gibt, aber der Gesang, bzw. das Gespreche ist allenfalls Mittelmaß. (andreas) |