HAGGARD "Awaking the centuries" (Drakkar) Klassik meets Death Metal. Und das in einer nie gehörten Perfektion. Diese Band ist in allen Formen als einzigartig zu bezeichnen. Dies' beginnt schon bei der Besetzung, denn diese Combo besteht aus 16(!) Leuten, die insgesamt 24 verschiedene Instrumente spielen. Es geht weiter mit der Verpflichtung des New Moscow Radio Choir, der immer wieder mit seinen wahnsinnigen Stimmen ein bißchen Bombast hinzufügt. Und endet beim wundervoll verarbeiteten Konzept, welches sich hauptsächlich um den französischen Arzt Nostradamus dreht. Es ist eine musikalische Reise durch das Mittelalter, welche zeigt das es möglich ist, Klassik mit harten Gitarren , manchmal bösen Growls und bombastischen Chören zu verweben. Nach dem schon ihr 97'er Werk "And though shalt trust...." vollkommen zurecht für Begeisterungsstürme Anlaß gab, ist dieses die logische Weiterentwicklung. Die Gitarren sind etwas härter geworden, und der Gesang aggressiver. Dieses macht die Musik aber nur noch interessanter. Wer hätte 1991, als Asis Nassari und Luz Marsen diese Band, als reines Death Metal Projekt ins Leben riefen, gedacht, das 9 Jahre später etwas so beeindruckendes dabei herauskommt. Im Song "heavenly Dimension vereinen sie all ihre Einflüsse, harte Gitarrenwälle treffen auf lieblich gespielte Blas und Streichinstrumente, extreme Growls treffen auf wunderschöne Choräle. Im Song "The final Victory", überzeugt die männliche Stimme auch mal mit warmen cleanen Vocals, das ganze hat ein bißchen Ähnlichkeit mit Therion. Bei "Awaking the Centuries" bedient man sich auch mal der deutschen Sprache. Besonders die Sopranistin Karin Bodenmüller kann sich hier austoben. Die schönen Piano Klänge sorgen immer wieder für ruhige Phasen. "In a fullmoon Procession" beginnt als wundervolle Ballade, um später in einem Death Gewitter zu enden. Ein glückliches Händchen bewiesen Haggard auch bei der Verpflichtung der Percussion-Legende, Evert Fratermann, ein Könner seines Fachs, der gleich zu Beginn des Zweiten Songs seine Fähigkeiten unter Beweis stellt. Zum Schluß betätige ich mich nochmal als Graf Zahl, incl. Gäste waren 39 Leute an diesem Wahnsinnswerk beteiligt. (andreas) |